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Wer ist die ÖDG

Die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) ist die ärztlich-wissenschaftliche Fachgesellschaft der österreichischen Diabetes-ExpertInnen. Ihre zentrale Aufgabe ist die Forschung und Förderung des wissenschaftlichen Austausches aller auf dem Gebiet der Diabetologie tätigen ForscherInnen und ÄrztInnen sowie die Sicherstellung einer der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechenden Betreuung der DiabetikerInnen in Österreich. Ordentliche Mitglieder der Gesellschaft sind ÄrztInnen und wissenschaftlich einschlägig orientierte Akademiker, assoziierte Mitglieder sind DiabetesberaterInnen.

Was macht die ÖDG?

  • fungiert als Mittlerin zwischen den betreuenden Fachkräften und Patienten
  • organisiert Fortbildungsveranstaltungen für ÄrztInnen, DiabetesberaterInnen und DiaetologInnen, wie die Jahrestagung und die Frühjahrstagung
  • fördert aktiv die diabetologische Forschung in Österreich
  • dient als Ansprechpartnerin in Bezug auf die Betreuung der DiabetikerInnen
    - für die Sozialversicherungsträger
    - das Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend
  • erstellt dem neuesten Stand der Wissenschaft entsprechende Behandlungsleitlinien zur umfassenden Betreuung von DiabetikerInnen
  • setzt sich bei den österreichischen GesundheitspolitikerInnen für den Ausbau der Prävention und der Verbesserung der Betreuungsstrukturen und der medizinischen Versorgung ein
  • informiert durch aktive Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen wie dem Wiener Diabetestag (Organisation: Prim. Univ. Prof. Dr. Rudolf Prager; KH Hietzing) und dem ÖDG Nordic City Walk, der 2011 bereits zum 6. Mal stattfinden soll, die Bevölkerung und schafft Awareness für Diabetes.

Regelmäßige Aktualisierung u. Erweiterung der ÖDG Leitlinien

Die Leitlinien der ÖDG stellen die Grundlage für die Behandlung im Rahmen des Disease Management Programms Therapie aktiv dar. Leitlinien medizinischer Fachgesellschaften sind notwendig, um den behandelnden ÄrztInnen evidenzbasierte Therapiemöglichkeiten in kompakter Form zur Verfügung zu stellen, da nicht jeder Arzt auf allen Gebieten ein Spezialist sein kann. Leitlinien helfen zudem, Therapien auf generell akzeptierte, vergleichbare Grundlagen zu stellen.

Die zuletzt 2007 überarbeiteten und in der Wiener Klinischen Wochenschrift herausgegebenen Leitlinien wurden 2009 neu publiziert und um folgende Themenbereiche ergänzt:

  • Genderaspekte
  • Migration
  • Blutzuckerselbstkontrolle
  • Schulung
  • Insulinpumpentherapie
  • Schwangerschaft

Die Kurzversion der ÖDG-Leitlinien 2009 ist über office@oedg.at oder Tel: 0650/ 7703378 erhältlich.

Für das Jahr 2011 sind ergänzende Leitlinien geplant.
Ein Update der Leitlinien ist für das Jahr 2012 vorgesehen.

ÖDG Nordic City Walk

Seit 2001 veranstaltet die ÖDG jährlich den ÖDG Nordic City Walk in Wien, um die Bevölkerung auf die Bedeutung der Krankheit und die Möglichkeiten der Primärprävention hinzuweisen. Für aktiv Teilnehmende gibt es eine kurze Einschulung durch Fachleute der NWO (Nordic Walking Organisation). 2009 fand der Nordic City Walk in Kooperation mit der Sportunion erstmals auch in den Bundesländern statt. 2011 ist der 6. Nordic City Walk im Wiener Alten AKH am 16.10.2011 geplant.

Diabetes Forum

Gegründet im Jahr 2000, hat sich das „Praxisforum der Österreichischen Diabetes Gesellschaft“ unter der Herausgeberschaft von Prim. Univ. Prof. Dr. Guntram Schernthaner zum führenden diabetologischen Fortbildungsmagazin Österreichs entwickelt. In Form von Themenschwerpunkten sichtet Diabetes Forum aktuelles diabetologisches Wissen, verfolgt therapeutische Trends und extrahiert konkrete Entscheidungshilfen für die klinische Praxis. Daneben wird über die Aktivitäten und Entwicklungen innerhalb der ÖDG berichtet. Diabetes Forum steht für fundierte Information, Objektivität und Meinungsvielfalt. Der Autorenpool umfasst die führenden Vertreter der Diabetologie und verwandter Disziplinen in Österreich, international renommierte ExpertInnen sind regelmäßig mit Gastbeiträgen vertreten.

Forschungsförderung der ÖDG

Die ÖDG unterstützt zudem die diabetologische Forschung in Österreich seit Jahren finanziell durch die Vergabe von Forschungspreisen für klinisch-wissenschaftliche Projekte oder Projekte aus dem Bereich der medizinischen Grundlagenforschung. Seit 2001 wurde der ÖDG- Forschungspreis bereits vierzehnmal vergeben und insgesamt € 490.000,- Forschungsförderung ausgeschüttet. 2009 wurde erstmals der mit € 10.000,- dotierte Langerhanspreis der ÖDG als Nachwuchsforschungsförderungspreis ausgeschrieben.

ÖDG Projektförderung

Derzeit unterstützt die ÖDG finanziell weitere Projekte:

  1. Pilotprojekt zur türkischsprachigen Schulung für GestationsdiabetikerInnen am Wilhelminenspital
    An der Stoffwechselambulanz des Wilhelminenspitals werden türkischsprachige PatientInnen mit Gestationsdiabetes in ihrer Muttersprache geschult. Das Projekt soll als Muster und Vorbild für Wien weite und österreichweite Aktivitäten dienen.
    Unter der Schirmherrschaft der ÖDG und der Organisation von Dr. Kadriye Aydinkoc-Tuzcu und Prim. Univ. Doz. Dr. Peter Fasching fand 2009 auch der erste türkischsprachige Diabetesinformationstag im ATIB-Kulturzentrum in Favoriten/Wien mit 500 Teilnehmern statt.
     
  2. Österreichisches Insulinpumpenregister
    Mit Hilfe des Pumpenregisters sollen die Patientendaten aller mit Insulinpumpen behandelten Patienten in Österreich gesammelt und weiter verfolgt werden.
    www.insulinpumpenregister.at
     
  3. DKA Präventionskampagne:
    Die Österreichische Diabetes Gesellschaft startete 2009 in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde und dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur eine nationale Plakatkampagne zur Prävention der diabetischen Ketoazidose bei Erstmanifestation bei Kindern und Jugendlichen in österreichischen Schulen, Kindergärten, Apotheken, pädiatrischen Ordinationen, allgemein-medizinischen Ordinationen und Kinderabteilungen. Mit der Plakatkampagne, die 2010 weitergeführt werden soll, werden Eltern, Kinder und Betreuungspersonen sowie Ärzte auf die Symptome der Erstmanifestation eines Diabetes mellitus Typ 1 (vermehrtes Trinken, Harnlassen, Gewichtsverlust, etc.) aufmerksam zu machen.

  4. Spendenaktion: Diabetes-Camps für Kinder mit Diabetes
    Es gibt in Österreich mehrere Diabetes Camps (Sommer und Winter). Für viele Betroffene sind diese Camps oft die einzige Möglichkeit einer kindgerechten Schulung, welche abseits einer stationären Versorgung stattfinden kann. Denn Kur- oder Reha-Möglichkeiten gibt es in Österreich für Kinder NICHT. Derzeit gibt es für die Camp-Organisatoren und teilnehmenden Kinder keine oder nur eine sehr geringe finanzielle Unterstützung. Viele Ärzte/innen opfern dafür ehrenamtlich ihre Urlaubstage und können diese dienstrechtlich nicht geltend machen.
    Ziele der Camps sind kindgerechte Diabetes-Schulungen (z.B. richtige Ernährung, Kohlenhydrat-Berechnung, Insulinanpassung beim Sport, u.v.m.) neben den sozial und psychologisch wichtigen gemeinsamen Freizeittätigkeiten mit gleichaltrigen Diabetes-Betroffenen. Viele Eltern können sich eine Teilnahme ihrer Kinder nicht leisten. Die ÖDG startet daher einen Spendenaufruf, um betroffenen Kindern, deren Eltern sich die Teilnahme sonst nicht leisten könnten, eine Campteilnahme zu ermöglichen. Jede Spende kommt zu 100% den Teilnehmern zugute.
    Im Jahr 2011 konnte mit Unterstützung der Lions Lions Zone Nr. 5/Region Wien/ Distrikt Ost vorerst 17 Kindern eine Teilnahme an einem solchen Camp ermöglicht werden.

Gesundheitspolitische Forderungen der ÖDG:

1. Prävention des Diabetes mellitus Typ 2

  • Konsequentes Diabetes-Screening von Hochrisikopopulationen
  • Routinemäßige Durchführung des oralen Glukosetoleranztests in der Schwangerschaft, seit 01.01. 2010 im Mutter-Kind-Pass
  • Bundesweite Strategien zur Bekämpfung von Übergewicht im Kindes- und Jugendalter mit Einbeziehung der Schulärzte und Schulen
  • Aufbau und Finanzierung von Einrichtungen zur qualitätsgesicherten Behandlung von Adipositas im Sinne einer Ernährungs- und Lebensstilintervention

2. Verbesserung der Betreuungsstruktur

  • Forcierter bundesweiter Ausbau des Disease Management Programms „Therapie Aktiv“
  • Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung durch Spezialisten durch Ausbau und strukturelle Verbesserung von Diabetesambulanzen, Schaffung von Kassenstellen für niedergelassenen Internisten mit Zusatzfach Endokrinologie und Stoffwechsel, Etablierung von internistischen Abteilungen mit Schwerpunkt Endokrinologie und Stoffwechsel

3. Erstellung eines Diabetesregisters

  • Österreichweite Erfassung der PatientInnen mit Diabetes mellitus in anonymisierter Form zur Erhebung der Prävalenz, Einstellungsqualität und Komplikationen als Instrument zur Verbesserung der Versorgungssituation

4. Medizinische Versorgung

  • Erleichterter und rascher Zugang zu innovativen Medikamenten mit erwiesenen Vorteilen gegenüber etablierten Substanzen sowie zu Medizinprodukten zur Selbstkontrolle
  • Österreichweit einheitliche Verordnung für Blutzuckerteststreifen

5. Forschungsförderung

  • Finanzierung unabhängiger klinischer sowie Grundlagenforschung zur Prävention und Behandlung des Diabetes mellitus

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