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Wer ist die ÖDG
Die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) ist die ärztlich-wissenschaftliche Fachgesellschaft der österreichischen Diabetes-ExpertInnen. Ihre zentrale Aufgabe ist die Forschung und Förderung des wissenschaftlichen Austausches aller auf dem Gebiet der Diabetologie tätigen ForscherInnen und ÄrztInnen. Die ÖDG engagiert sich für die Sicherstellung einer Betreuung der DiabetikerInnen in Österreich, die den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen. Ordentliche Mitglieder der Gesellschaft sind ÄrztInnen und wissenschaftlich einschlägig orientierte AkademikerInnen. Assoziierte Mitglieder sind DiabetesberaterInnen und DiaetologInnen.
Was macht die ÖDG?
- fungiert als Mittlerin zwischen den betreuenden Fachkräften und Patienten
- organisiert Fortbildungsveranstaltungen für ÄrztInnen, DiabetesberaterInnen und DiaetologInnen, wie die Jahrestagung und die Frühjahrstagung
- fördert aktiv die diabetologische Forschung in Österreich
- dient als Ansprechpartnerin in Bezug auf die Betreuung der DiabetikerInnen
- für die Sozialversicherungsträger
- das Bundesministerium für Gesundheit
- erstellt - dem neuesten Stand der Wissenschaft entsprechende - Behandlungsleitlinien zur umfassenden Betreuung von DiabetikerInnen
- setzt sich bei den österreichischen GesundheitspolitikerInnen für den Ausbau der Prävention und der Verbesserung der Betreuungsstrukturen und der medizinischen Versorgung ein
- informiert die Bevölkerung durch aktive Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen wie den 9. Wiener Diabetestag am 12.04.2012 im Wiener Rathaus (Organisation: Ao. Univ.-Prof. Dr. Bernhard Ludvik, Ao. Univ.-Prof. Dr. Martin Clodi) und dem ÖDG Nordic City Walk, der 2011 bereits zum 6. Mal stattfand, und schafft so Awareness für Diabetes.
Regelmäßige Aktualisierung und Erweiterung der ÖDG-Leitlinien
Die Leitlinien der ÖDG stellen die Grundlage für die Behandlung im Rahmen des Disease Management Programms „Therapie Aktiv“ dar. Leitlinien medizinischer Fachgesellschaften sind notwendig, um den behandelnden ÄrztInnen evidenzbasierte Therapiemöglichkeiten in kompakter Form zur Verfügung zu stellen, da nicht jeder Arzt auf allen Gebieten ein Spezialist sein kann. Leitlinien helfen zudem, Therapien auf generell akzeptierte, vergleichbare Grundlagen zu stellen.
Ein Update der Leitlinien 2009 ist für das Jahr 2012 vorgesehen.
ÖDG Nordic City Walk
Seit 2001 veranstaltet die ÖDG jährlich den ÖDG Nordic City Walk in Wien, um die Bevölkerung auf die Bedeutung der Krankheit und die Möglichkeiten der Primärprävention hinzuweisen. Für aktiv Teilnehmende gibt es eine kurze Einschulung durch Fachleute der NWO (Nordic Walking Organisation). 2009 fand der Nordic City Walk in Kooperation mit der Sportunion erstmals auch in den Bundesländern statt.
Diabetes Forum
Gegründet im Jahr 2000, hat sich das „Praxisforum der Österreichischen Diabetes Gesellschaft“ unter der Herausgeberschaft von Prim. Univ. Prof. Dr. Guntram Schernthaner zum führenden diabetologischen Fortbildungsmagazin Österreichs entwickelt. In Form von Themenschwerpunkten sichtet Diabetes Forum aktuelles diabetologisches Wissen, verfolgt therapeutische Trends und extrahiert konkrete Entscheidungshilfen für die klinische Praxis. Daneben wird über die Aktivitäten und Entwicklungen innerhalb der ÖDG berichtet. Diabetes Forum steht für fundierte Information, Objektivität und Meinungsvielfalt. Der Autorenpool umfasst die führenden Vertreter der Diabetologie und verwandter Disziplinen in Österreich. International renommierte ExpertInnen sind regelmäßig mit Gastbeiträgen vertreten.
Forschungsförderung der ÖDG
Die ÖDG unterstützt zudem die diabetologische Forschung in Österreich seit Jahren finanziell durch die Vergabe von Forschungspreisen für klinisch-wissenschaftliche Projekte oder Projekte aus dem Bereich der medizinischen Grundlagenforschung. Seit 2001 wurde der ÖDG-Forschungspreis bereits fünfzehnmal vergeben und insgesamt € 525.000,- Forschungsförderung ausgeschüttet. 2011 wurde bereits zum zweiten Mal der mit € 10.000,- dotierte Langerhanspreis der ÖDG als Nachwuchsforschungsförderungspreis vergeben.
ÖDG-Projektförderung
Derzeit unterstützt die ÖDG finanziell weitere Projekte:
- Pilotprojekt zur türkischsprachigen Schulung für GestationsdiabetikerInnen am Wilhelminenspital
An der Stoffwechselambulanz des Wilhelminenspitals werden türkischsprachige PatientInnen mit Gestationsdiabetes in ihrer Muttersprache geschult. Das Projekt soll als Muster und Vorbild für Wien-weite und österreichweite Aktivitäten dienen und wurde 2011 auch mit dem Gesundheitspreis der Stadt Wien ausgezeichnet. Unter der Schirmherrschaft der ÖDG und der Organisation von Dr. Kadriye Aydinkoc-Tuzcu und Prim. Univ.-Doz. Dr. Peter Fasching fand 2009 auch der erste türkischsprachige Diabetesinformationstag im ATIB-Kulturzentrum in Favoriten/Wien mit 500 Teilnehmern statt.
- Österreichisches Insulinpumpenregister
Mit Hilfe des Pumpenregisters sollen die Patientendaten aller mit Insulinpumpen behandelten Patienten in Österreich gesammelt und weiter verfolgt werden.
www.insulinpumpenregister.at
- DKA-Präventionskampagne:
Die Österreichische Diabetes Gesellschaft startete 2009 in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde und dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur eine nationale Plakatkampagne zur Prävention der diabetischen Ketoazidose bei Erstmanifestation bei Kindern und Jugendlichen in österreichischen Schulen, Kindergärten, Apotheken, pädiatrischen Ordinationen, allgemein-medizinischen Ordinationen und Kinderabteilungen. Mit der Plakatkampagne, die auch 2012 weitergeführt wird, sollen Eltern, Kinder und Betreuungspersonen sowie Ärzte auf die Symptome der Erstmanifestation eines Diabetes mellitus Typ 1 (vermehrtes Trinken, Harnlassen, Gewichtsverlust etc.) aufmerksam gemacht werden.
- Spendenaktion: Diabetes-Camps für Kinder mit Diabetes
Es gibt in Österreich mehrere Diabetes-Camps (Sommer und Winter). Für viele Betroffene sind diese Camps oft die einzige Möglichkeit einer kindgerechten Schulung, welche abseits einer stationären Versorgung stattfinden kann. Denn Kur- oder Reha-Möglichkeiten gibt es in Österreich für Kinder NICHT. Derzeit gibt es für die Camp-Organisatoren und teilnehmenden Kinder keine oder nur eine sehr geringe finanzielle Unterstützung. Viele ÄrztInnen opfern dafür ehrenamtlich ihre Urlaubstage und können diese dienstrechtlich nicht geltend machen.
Ziele der Camps sind kindgerechte Diabetes-Schulungen (z.B. richtige Ernährung, Kohlenhydrat-Berechnung, Insulinanpassung beim Sport u.v.m.) neben den sozial und psychologisch wichtigen gemeinsamen Freizeittätigkeiten mit gleichaltrigen Diabetes-Betroffenen. Viele Eltern können sich eine Teilnahme ihrer Kinder nicht leisten. Die ÖDG startet daher einen Spendenaufruf, um betroffenen Kindern, deren Eltern sich die Teilnahme sonst nicht leisten könnten, eine Camp-Teilnahme zu ermöglichen. Jede Spende kommt zu 100% den TeilnehmerInnen zugute.
Im Jahr 2011 konnte mit Unterstützung der Lions Lions Zone Nr. 5/Region Wien/Distrikt Ost vorerst 19 Kindern eine Teilnahme an einem solchen Camp ermöglicht werden. 2012 wird die Aktion mit der Unterstützung der Lions fortgesetzt.
Weitere Informationen finden Sie hier.
- Register für Schwangerschaften mit Gestationsdiabetes
Gestationsdiabetes ist die häufigste Schwangerschaftskomplikation und ist mit einem erheblichen Risiko für Mutter und Kind verbunden. In Österreich ist weder bekannt, wie viele schwangere Frauen betroffen sind, noch die Anzahl der Frauen, die auch nach der Entbindung eine dauerhafte Zuckerstoffwechselstörung aufweisen. Auch die kindlichen Komplikationsraten bei diabetischen Schwangeren sind nach wie vor unbekannt. Neuere diagnostische und therapeutische Empfehlungen werden derzeit nicht evaluiert. Durch die Generierung eines Registers für Schwangerschaften mit Gestationsdiabetes sowie bei manifestem Diabetes kann die aktuelle Situation in Österreich erhoben und mit anderen Ländern verglichen werden. Langfristig soll dadurch die Betreuung der Schwangeren gezielt verbessert werden. Dieses Projekt wird von Univ.-Prof. Dr. Alexandra Kautzky-Willer, der Vorsitzenden des Ausschusses Gender & MigrantInnen der ÖDG, betreut.
- Bewegungsbox der ÖDG
Die vom Ausschuss Prävention der ÖDG entwickelte Bewegungsbox soll Menschen, die bis jetzt wenig oder keine Bewegung gemacht haben, dazu motivieren, mehr Bewegung in ihr Leben zu integrieren und sie dabei unterstützen, auch dabei zu bleiben. Ziel der Bewegungsbox ist es in erster Linie Freude und Spaß an der Bewegung zu vermitteln.
www.bewegungsbox.at
Bewegungsmangel ist einerseits ein bedeutender Risikofaktor für die Entstehung von Wohlstandserkrankungen wie Diabetes mellitus, anderseits ist Bewegung ein wichtiger therapeutischer Ansatz für bereits von Diabetes mellitus oder anderen Wohlstandserkrankungen betroffenen Patienten.
- Blue Monument Challenge und Aktionen zum Weltdiabetestag
Die World Diabetes Day Monument Challenge wurde 2008 von der International Diabetes Federation ins Leben gerufen, 2009 wurden weltweit über 1.000 Gebäude und Sehenswürdigkeiten blau beleuchtet. Auf Initiative der ÖDG sollen auch 2012 wieder öffentliche Gebäude und Sehenswürdigkeiten blau beleuchtet werden.
Gesundheitspolitische Forderungen der ÖDG
1. Prävention des Diabetes mellitus Typ 2
- Konsequentes Diabetes-Screening von Hochrisikopopulationen
- Routinemäßige Durchführung des oralen Glukosetoleranztests in der Schwangerschaft, seit 01.01. 2010 im Mutter-Kind-Pass
- Bundesweite Strategien zur Bekämpfung von Übergewicht im Kindes- und Jugendalter mit Einbeziehung der Schulärzte und Schulen
- Aufbau und Finanzierung von Einrichtungen zur qualitätsgesicherten Behandlung von Adipositas im Sinne einer Ernährungs- und Lebensstilintervention
2. Verbesserung der Betreuungsstruktur
- Forcierter bundesweiter Ausbau des Disease Management Programms „Therapie Aktiv“
- Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung durch Spezialisten durch Ausbau und strukturelle Verbesserung von Diabetesambulanzen, Schaffung von Kassenstellen für niedergelassenen Internisten mit Zusatzfach Endokrinologie und Stoffwechsel. Etablierung von internistischen Abteilungen mit Schwerpunkt Endokrinologie und Stoffwechsel
3. Erstellung eines Diabetesregisters
- Österreichweite Erfassung der PatientInnen mit Diabetes mellitus in anonymisierter Form zur Erhebung der Prävalenz, Einstellungsqualität und Komplikationen als Instrument zur Verbesserung der Versorgungssituation
4. Medizinische Versorgung
- Erleichterter und rascher Zugang zu innovativen Medikamenten mit erwiesenen Vorteilen gegenüber etablierten Substanzen sowie zu Medizinprodukten zur Selbstkontrolle
- Österreichweit einheitliche Verordnung für Blutzuckerteststreifen
5. Forschungsförderung
- Finanzierung unabhängiger klinischer sowie Grundlagenforschung zur Prävention und Behandlung des Diabetes mellitus

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